microgreens

Microgreens – vollständige Anleitung für das grüne Superfood

Du möchtest dich gesünder ernähren? Gleichzeitig noch Geld sparen, unabhängiger sein und die Umwelt schonen? Dann könnten Microgreens spannend für dich sein!

Microgreens sind der neue Foodtrend aus den USA und haben spannende Eigenschaften die sie zum echten Superfood machen!

  • Sie vermehren Masse, Gewicht und Nährstoffe innerhalb weniger Tage um ein Vielfaches und sind billiger und nährstoffreicher als jedes Gemüse. 
  • Sie können zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden und sind damit ein echtes Über-Lebens-Mittel. 
  • Jedes Micorgreen bietet andere Geschmacksnuancen und verfeinern jedes Gericht

Außerdem macht es einfach Spaß den kleinen Pflanzen beim Wachsen zuzusehen. Es entschleunigt und sensibilisiert für die natürlichen Vorgänge der Natur und hilft starre Betrachtungsmuster unserer Umwelt aufzulösen.

In diesem Artikel sehen wir uns an was Microgreens genau sind, wie man sie anbaut, erntet und aufbewahrt, welche leckeren Rezepte es gibt und wo du Samen, Sets und Zubehör kaufen kannst.

Microgreens Definition – was sind Microgreens?

Microgreens ist der englische Begriff für Mikrogrün oder Grünkraut. Sie beschreiben ein Pflanzenstadium zu dem gerade die Keimblätter voll entwickelt sind beziehungsweise bei Grüngräsern (z.B. Weizengras) ein optimales Stadium an Größe der Gräser und sattem Grün erreicht ist.

Das Besondere an diesem Plfanzenstadium ist die hohe Nährstoffdichte (erkennt man auch an der dunkelgrünen Farbe). Je nach Sorte liegt die Anzuchtdauer bei 4-10 Tagen bis die Pflanzen etwa 4-10cm hoch gewachsen sind.

Lässt man die Pflanzen weiterwachsen nimmt die Nährstoffdichte wieder stark ab, denn die Pflanze bereitet sich darauf vor zur vollen Reife weiterzuwachsen und neue Früchte/Saaten zu tragen.

Microgreens anbauen – die Keimgeräte, Aussaat, Lichtquellen, Bewässerung

Was brauchen Microgreens zum Wachsen? Licht, Wasser und Keimgerät. Das Keimgerät ermöglicht ein gleichmäßiges Wachstum und hier gibt es verschiedene Varianten mit Vor-und Nachteilen die wir uns nachfolgend ansehen.

Grundsätzlich können Microgreens können mit oder ohne Erde angebaut werden. Die Anzucht mit Erde hat den Vorteil, dass die jungen Pflanzen zusätzliche Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen, allerdings sind die Varianten ohne Erde etwas weniger Aufwand.

Statt Sonnenlicht können Microgreens auch mit künstlichen Licht wachsen, mit modernen LED ist das auch kostengünstig möglich. Ich zeige dir weiter unten worauf du hierbei achten solltest.

Die Bewässerungstechnik ist bei jedem Keimgerät und Saatgut ein bisschen anders. Manche Samen sollten außerdem vor der Aussaat einige Zeit eingeweicht werden, wie beispielsweise Weizen.

Die Aussaat

Bei Microgreens werden die Samen besonders eng, aber gleichmäßig ausgesät. Das schafft  ideale Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum der Microgreens. Wenn man aus den gleichen Samen volle Pflanzen züchten möchte, sind deutlich größere Abstände notwendig, damit die einzelnen Pflanzen genug Platz haben.

Das Anpflanzen im Beet

Grundsätzliche können Microgreens auch im Beet gepflanzt werden. Wegen der kurzen Lebensdauer ist dies aber nicht besonders praktikabel. Denn durch die enge Aussaat ist die Erde durch die Microgreens recht stark verwurzelt und sollte am besten kompostiert werden  bevor sie für weitere Pflanzen verwendet wird.

Anzuchtschalen

Das Anpflanzen der Microgreens in Anzuchtschalen, auch Trays genannt, ist besonders populär. Hierbei handelt es sich um etwa 10 cm tiefe Plastikschalen, die mit Erde befüllt oder mit einer Anzuchtmatte ausgelegt werden.

Um Fäule zu vermeiden ist es sinnvoll zuerst ein Glas Wasser in die Anzuchtschale zu geben und anschließend mit der Erde aufzufüllen. Die Erde wird bis etwa 1 cm unterm Rand aufgefüllt, wodurch die Microgreens später optimal und sauber mit der Schere geerntet werden können.

Kressesieb

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Eine Alternative zur Anzucht mit Erde bietet das Kressesieb mit dem man mehr als nur Kresse anbauen kann. Dieses besteht aus einer Schale, meist aus Keramik oder Porzellan und einem flachen Sieb welches die Schale abdeckt. Auf diesem Sieb schlagen die Samen ihre Wurzeln.

Für Grüngräser (z.B. Weizen- oder Gerstengras)  gibt es spezielle Kressesiebe, die tiefer gelegt sind und dadurch den größeren Wurzeln von Grüngräsern mehr Platz bieten.

Für die Aussaat werden die Samen eng auf dem Sieb verteilt und mit Wasser besprenkelt. Die Samen müssen stets feucht gehalten werden und dürfen nicht austrocknen. Sobald sich Wurzeln gebildet haben (Unterseite des Siebs), wird zur Bewässerung das gesamte Sieb aus der Schale herausgenommen und die Wurzeln ein paar Sekunden unter fließendes Wasser gehalten.

Tonigel

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Eine weitere Möglichkeit ohne Erde Microgreens zu pflanzen sind sogenannte Tonigel. Dabei handelt es sich um eine Schale aus Ton, auf der direkt und auf etwas Watte die Samen verteilt werden. Meistens hat die Tonschale vorne ein Igelgesicht, daher der Name.

Das besondere beim Ton ist, dass er Wasser speichern und nach und nach abgeben kann. Dadurch muss weniger häufig bewässert werden und die Gefahr einer Überwässerung und Fäuleentstehung ist geringer. Auch hier gilt wie beim Kressesieb, die Samen dürfen nicht austrocknen und müssen stets feucht gehalten werden.

Für die Bepflanzung im Tonigel eignen sich Saaten wie Kresse, Senf oder Chiasamen besonders gut, die also eher “kleines” Microgreen ergeben. Nicht geeignet sind Grüngräser, Ebsengrün oder Sonnenblumenkerngrün, weil diese starke Wurzeln bilden und in einem Tonigel “keinen Halt” finden.

Kokosschale mit Kokoserde-Ziegel

Eine weitere Variante ist die Anpflanzung in einer Kokosschale auf einem Kokoserde-Ziegel/Quelltabletten. Diese Variante ist besonders schön anzusehen, kommt ohne Plastik aus und die Kokoserde enthält ein Plus an Nährstoffen.

Die Lichtquelle – Sonne oder LED

Zum Wachsen und zur Bildung von Chlorophyl (grüner Farbstoff) brauchen die Microgreens Licht. Wenn du Microgreens draußen wachsen lässt oder drinnen an oder nahe der Fensterbank ist das Sonnenlicht selbstverständlich ausreichend.

Wenn du aber die Microgreens regaleweise drinnen züchtest, ist das einfallende Licht schnell zu knapp. Hier empfiehlt es sich LED-Lampen zu verwenden und diese für 12 – 18 Stunden zu betreiben (Zeitschaltuhr), um einen Tag-Nacht-Rhythmus zu simulieren. 

Es gibt  spezielle LED-Lampen, die für die Indoor-Pflanzenzucht ausgelegt sind, wie das Mars Hydro TS 1000W. Grundsätzlich solltest du darauf achten, dass alle Pflanzen ausreichend Licht bekommen. Falls du merkst, dass eine Pflanze möglicherweise zu wenig Licht bekommt, tausche einfach den Platz mit einer bisher gut ausgeprägten Pflanze.

Was tun bei Befäulnis in der Anzuchtschale?

Die Gefahr der Befäulnis besteht vor allem bei der Verwendung von Anzuchtschalen. Im freien Beet ist eine Überwasserung kaum möglich, weil das überschüssige Wasser einfach in den Boden absackt. Und auch beim Kressesieb oder dem Tonigel kann das überschüssige Wasser einfach abgegossen werden.

Bei den Anzuchtschalen, ähnlich wie bei Zimmerpflanzen, kann durch zu viel Gießen die Erde anfangen zu faulen. Deswegen: Weniger ist mehr! 

Als Faustregel gilt Folgendes:

  • Erst nachdem die Samen zu keimen begonnen haben, beginnst du mit dem Gießen (das Besprenkeln am Anfang ist dafür ausreichend, die Erde verhindert dass die Samen austrocknen)
  • Bei einer ca. 2,5 cm hohen Erdschicht (z.B. bei Kresse) gießt du täglich
  • Bei einer 5 cm Erdschicht (z.B. Weizengras) ist das Gießen alle zwei Tage ausreichend
  • taste die Erde ab, wenn sie noch feucht ist, brauchst du nicht gießen
  • außerdem kannst du vorm Gießen die Anzuchtschale etwas anheben, fühlt sie sich relativ leicht an (und ist die Erde trocken) kannst du gießen. Mit der Zeit bekommst du dafür ein gutes Gefühl.
  • Falls es doch zu Befäulnis kommen sollte, kannst du mit Wasserstoffperoxid (Apotheke) oder Grapefruit-Extrakt Soforthilfe leisten und möglicherweise verhinden, dass sie die Fäule in der gesamten Schale ausbreitet. Sollte das aber passieren, entsorge bitte Microgreens in dieser Schale (für den Kompost sind sie noch gut 🙂 )  

Microgreens ernten und aufbewahren

Sind die Micorgreens fertig gewachsen, kannst du sie mit einer Schere vorsichtig ernten. Ab der Ernte sterben die Microgreens langsam ab, verzehre sie also immer so frisch wie möglich.

Grüngräser und auch das Erbsengrün kannst du nach der Ernte sogar ein zweites Mal wachsen lassen. Das solltest du allerdings nur bei der Bepflanzung auf Erde tun und beachte dass beim zweiten Mal die Pflanzen nicht mehr so saftig werden.

Zur Aufbewahrung von 3-5 Tagen im Kühlschrank sind Zip-Tüten oder auch feinmaschige Gemüsebeutel sehr gut geeignet. Meiner Erfahrung nach halten die Microgreens sogar besser wenn sie relative dicht in so einer Tüte bepackt werden.

Für eine längere Aufbewahrung kannst du die Microgreens selbstverständlich auch einfrieren. Meistens behalten sie so sogar mehr Nährstoffe als nach mehreren Tagen Lagerung im Kühlschrank.

Sollten die Microgreens doch mal schlecht werden kannst du sie, genauso wie die Erde, die du zur Aussaat verwendet hast, einfach in einem Thermokomposter kompostieren und so wiederverwerten.

Rezepte mit Microgreens

Mit Microgreens kannst du eine Menge leckere Rezepte zaubern. Beliebt sind sie zur Garnierung von Suppen, Nudeln & Co, als (Haupt-)Zutat im Salat, in Smoothies oder als Saft. Wir sind hier noch am Experimentieren und teilen bald mit euch unsere Rezepte! 🙂 

Wenn du besonders viel Grünkraut auf einmal hast, ist die Verarbeitung zu Saft eine tolle Verwertungsmöglichkeit. Denn für ein kleines Glas brauchst du relativ viel Pflanzengut und die wichtigsten Nährstoffe gehen in den Saft über. Ein professioneller Entsafter ist hier natürlich am besten, ansonsten kannst du mit dem “Entsafter-Trick” auch ohne Entsafter Saft herstellen.

“Knackiges” Grünkraut wie das Erbsengrün oder das Sonnenblumenkergrün ist besonders lecker wenn es kurz mit Knoblauch und Sojasauce erhitzt wird. Tolle Beilage im Asia-Stil!

Micorgreens Bezugsquellen: Saamen, Sets und Zubehör

Microgreens Startersets und Saatenmixe sind eine ideale Möglichkeiten in die Vielfalt der Microgreens reinzuschnuppern und das Ganze für sich auszuprobieren.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Microgreens, Sprossen und Keimlingen?

Wenn ein Samen gerade anfängt zu sprießen, nennt man die Pflanze Sprosse. Der Keimling ist wiederum nur die Verlängerung, also das was aus dem Samen heraussprießt. Microgreens sind, wie der Name schon sagt, grün. Das heißt erst wenn die Sprosse Wurzeln schlägt und durch Photosynthese Chlorophyl bildet und grün wird, spricht man von Microgreens.

Nährstoffcheck – wie gesund sind Microgreens?

Sowohl Sprossen als auch Microgreens sind besonders hochwertige Lebensmittel, die ein Vielfaches an Nährwerten aufweisen als die Samen aus denen sie wachsen. 

Aus Saamen und Getreide werden lebendige Gemüsefrüchte, die besonders reich an Vitaminen, Enzymen, Mineralien und Spurenelementen sind. Die Nährstoffe sind durch den enzymatischen Vorgang aufgeschlossen, also in gewisserweise vorverdaut und daher besonders gut vom Körper aufzunehmen.

Welche Samen sind für Einsteiger geeignet?

Für Einsteiger sind Saaten wie Kresse, Chiasamen, Brokolli, Sonnenblumenkerne & Co geeignet.

Etwas mehr Fingerspitzengefühl bedarf das Grüngras wie Weizengras und generell die Bepflanzung in Anzuchtschalen mit Erde, weil es hier zu Fäule kommen kann.

Sind für Microgreens besondere Samen notwendig?

Nein für Microgreens werden die gleichen keimfähigen Samen verwendet wie für die Zucht der ganzen Pflanze. Allerdings müssen die Samen keimfähig sein, was bei gewöhnlichen Lebensmittel-Saaten und -Getreide nicht immer der Fall ist.

Welche Erde sollte für Microgreens verwendet werden?

Hier kann gewöhnliche Erde verwendet werden, je nährstoffreicher desto besser. Allerdings sollte die Erde möglichst keine groben Stücke enthalten. Denn die Mikrogreens sind dicht bepflanzt und sollen möglichst gleichmäßig wachsen können.